Schwarz-Gelb tut zu wenig für den inklusiven Arbeitsmarkt

Veröffentlicht am 02.12.2019 in Soziales

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung am 03. Dezember 2019 erklären Josef Neumann, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW und die heimische SPD-Landtagsabgeordnete Christina Weng:

Die Situation der arbeitslosen Menschen mit Behinderung ist weiterhin angespannt. Sie haben es besonders schwer, einen Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden. Aktuell sind mehr als 47.000 Menschen mit Behinderung in NRW ohne Job. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 12,7 Prozent. Der Vergleich mit der allgemeinen Arbeitslosenquote (6,4 Prozent) zeigt, dass Menschen ohne Behinderung nach wie vor deutlich bessere Chancen auf einen Job haben.

Deswegen müssen alle Kräfte gebündelt werden, um die Chancen behinderter Menschen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Hier ist insbesondere die schwarz-gelbe Landesregierung gefordert! Sie tut viel zu wenig, um einen inklusiven Arbeitsmarkt in NRW zu schaffen.

Wir fordern die Landesregierung dazu auf, mehr Mittel aus dem Landeshaushalt für Inklusionsbetriebe zur Verfügung zu stellen. Inklusionsbetriebe sind Unternehmen, die Arbeits- und Ausbildungsplätze für Menschen mit Behinderung bieten, die ohne eine besondere Unterstützung nicht in der Lage sind, sich im allgemeinen Arbeitsmarkt zu behaupten.

Zurzeit gibt es in NRW 304 Inklusionsbetriebe mit rund 7.500 Plätzen (Stand 31.12.2018). Wie die aktuellen Arbeitslosenzahlen von Menschen mit Behinderungen zeigen, ist das aber viel zu wenig. Die im Haushalt 2020 vorgesehenen Mittel für den inklusiven Arbeitsmarkt (7,6 Millionen Euro) reichen ganz offensichtlich nicht aus, um zu Verbesserungen zu kommen. Hier ist die Landesregierung dringend gefordert. Auch die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und des Bundesteilhabegesetzes dürfen nicht hinter Sonntagsreden verschwinden. Deshalb müssen auch alternative Möglichkeiten zur Werkstatt geschaffen und innovative, andere Anbieter von Dienstleistungen zur Förderung der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung nach vorne gebracht werden.

Wer einen Job hat, kann selbstbestimmt leben und an der Gesellschaft teilhaben. Arbeit ist wichtig für eine gelingende Inklusion. Die Landesregierung muss jetzt Taten folgen lassen!

 
 

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